Zur Produktion von Unterhaltungskultur in der Stadt. Dissertation von Claudia Preis, Ludwig-Maximilians-Universität München 2010

Durch die Industrialisierung wuchsen Angebot und Nachfrage nach einer Unterhaltungsindustrie. In München blühte die so genannte “Volkssängerei”, der sich Claudia Preis in ihrer Dissertation widmet. Entgegen der Selbstdefinition ihrer Vertreter als bodenständig und im “Volke” verwurzelt war die “Volkssängerei” hochgradig organisiert, schematisch und artifiziell – dies ist einer ihrer Schlüsse.

“Volkssängerei”

Primär war das Phänomen der Volkssängerei- Sänger und Sängerinnen, die in Singspielhallen oder Gastronomiebetrieben auftraten, oft keine klassische Ausbildung hatten sondern aus Handwerkerfamilien stammten und vor allem Couplets über Alltagserlebnisse oder aktuelle Ereignisse sangen, ein Produkt der Verstädterung. Verbreitung fanden ihre Lieder und Texte durch den Druck, befördert durch wachsende Mobilität, zum Beispiel durch die Eisenbahnen. Moderne Medien wie Rundfunk und Schallplatten bedeuteten das Ende dieser Art von Unterhaltungsindustrie. Nur wenige Vertreter, wie Weiß Ferdl, Karl Valentin und Lisl Karlstadt, die man heute noch kennt, wussten moderne Massenmedien zu nutzen. Preis beschäftigt sich dagegen auch mit heute in Vergessenheit geratenen Künstlern. Ein Einblick in den Bestand des Valentin-Musäums blieb der Verfasserin laut Einleitung verwehrt.

Text der Dissertation:

https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12554/1/Preis_Claudia.pdf

 

 

 

 

 

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