Die Zwanziger Jahre – Eine Epoche voller Gegensätze

Die “goldenen zwanziger Jahre” sind “in”. Ein paar Jahre relativer wirtschaftlicher und politischer Stabilität zwischen Inflation und Weltwirtschaftskrise reichten, um in Kunst, Film, Wissenschaft, Pädagogik und Gesellschaft der Weimarer Republik zahllose Neuerungen anzustoßen. Progressive Tendenzen, die bereits im Kaiserreich begonnen hatten, konnten sich jetzt ungehindert entfalten. Homosexuelle fanden zumindest in der Anonymität der Großstadt Möglichkeiten, eine eigene Subkultur aufzubauen, obwohl Homosexualität weiter strafbar blieb. Frauen waren vermehrt berufstätig, teilweise aus purer Not und in Tätigkeiten, die für Männer als subaltern betrachtet wurden. Die neue Schicht der Angestellten prägte die Gesellschaft, obwohl sie in der Mehrheit wirtschaftlichen Schwankungen genauso ausgeliefert waren wie Arbeiter. Kino und Sport prägten eine neue Unterhaltungskultur, die für viele erschwinglich war.

Klischee und Wirklichkeit

Dass diese Entwicklungen sich in den Städten abspielten, dass für die Mehrheit der Bevölkerung während der nicht so goldenen zwanziger Jahre der Alltag so eng, öde und anstrengend blieb wie “früher”, wird häufig verdrängt. Im heutigen Bewusstsein sind die “goldenen zwanzigerJahre” verankert als eine Zeit, in der man sich unbeschwert Vergnügungen hingab, Drogen konsumierte, sexuelle Freizügigkeit genoss und gelegentliches Unbehagen oder das Gefühl der Unsicherheit beim Charleston und Foxtrott wegtanzte.

Portal und Webkatalog rund um die zwanziger Jahre

Dieses Projekt versucht, wissenschaftlich relevante Informationen über die gesamte Zeit der Weimarer Republik zu bündeln. Zentral sind der Webkatalog, die Presseschau, Film-, Buch- und Ausstellungskritiken.

Neu eingebunden wurden kürzlich ein Veranstaltungskalender – der einzige Bereich, in dem auf dieser Website auch ein wenig Nostalgie Platz hat – und eine Übersicht über Forschungsprojekte zu dieser spannenden Epoche.

 

In eigener Sache: Hier wird noch gearbeitet – Tipps zu nützlichen WordPress-Plugins, optisch ansprechender als die zur Zeit verwendeten, sind willkommen.

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