Michael Wildt, „Der muss hinaus! Der muss hinaus! Antisemitismus in deutschen Nord- und Ostseebädern 1920 – 1935. Erschienen in „Mittelweg 36“, 10. Jahrgang 2001, Heft 4 (August/September 2001), S. 2-25.

Die zwanziger Jahre waren verrucht, lasziv, progressiv, freizügig – für eine Minderheit in den Großstädten. Für die Mehrheit der Bevölkerung ging das Leben trotz vieler Umwälzungen mit den Normen und Vorurteilen der Kaiserzeit weiter. Dazu gehörte auch der – überall in Europa – salonfähige Antisemitismus. Vor allem in den traditionsreichen Nord- und Ostseebädern kam es zu Diskriminierungen, Lokal- und Hotelverboten und Pöbeleien der Badegäste gegen jüdische Besucher. Michael Wildt geht in seinem Aufsatz dem unrühmlichen Phänomen nach, berichtet aber auch vom „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ (CV), der sich den antisemitischen Tendenzen entgegen stellte. Auch wenn die antisemitischen Aktionen in den Seebädern von einer kleinen, aber sehr aktiven Gruppe rechtsgerichteter Aktivisten ausging, geschah dies doch mit Duldung der Behörden und der Gastronomen, die um ihr Geschäft bangten.

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